VerbraucherzentraleMinus für die gute Sache Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, Shoppen und Spenden eher zu trennen. „Einkaufen und Gutes tun“ – ohne das eigene Konto zusätzlich zu belasten. Diese Idee propagiert Amazon seit Ende letzten Jahres. Für Bestellungen via „Smile.Amazon.de“ zahlt der Branchenprimus „0,5 Prozent der Einkaufssumme an eine wohltätige Organisation“. Doch die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, genau zu vergleichen. Denn Einkauf und Spende zu trennen, kann weitaus mehr für die gute Sache bringen. Den Beleg liefert eine Stichprobe.
 
Einfach registrieren, eine von tausenden sozialen Organisationen wie etwa die Tafel vor Ort oder den World Wildlife Fund auswählen und danach stets mit einem vorgesetzten „Smile.“ in der Adresszeile des Browsers den Einkauf auf Amazon.de starten. Wer so beim Branchenprimus beispielsweise das PC-Spiel „Die Sims 4“ (19,99 Euro) ordert, löst automatisch eine Spende von zehn Cent aus – 0,5 Prozent der Einkaufssumme.
 
Dabei winke Kunden „das identische Shopping-Erlebnis“, sie erwarte identische Preise wie auf der üblichen Seite, verspricht Amazon. „Qualifiziert“ für eine Spende seien „Millionen von Produkten“ – mit Ausnahme etwa von wiederkehrenden Käufen im Spar-Abo oder Abonnementsverlängerungen. „Einkaufen und Gutes tun“ – ein Modell, bei dem die Verbraucherzentrale NRW zur Vorsicht mahnt. Denn wer Shoppen und Spenden strikt trennt, fährt meist besser – viel besser. Der simple Grund: Zahlreiche Produkte gibt es bei anderen Händlern günstiger als bei Amazon.
 
Das zeigt eine Stichprobe, bei der die Verbraucherzentrale 25 Schnäppchen anderer Anbieter mit den Preisen bei Amazon verglichen hat. Das eindrucksvolle Ergebnis: Bei einer Gesamt-Einkaufssumme von rund 8025 Euro machte die Amazon-Spende via Smile gerade mal 40,12 Euro aus. Bei der Konkurrenz hingegen gab´s alle Test-Artikel für rund 6541 Euro. Mithin kam der Einkauf stolze 1484 Euro billiger. Und die Spende hätte nahezu 37-mal höher ausfallen können.
 
Schon einzelne Bestellungen zeigen das Potenzial. Ein Smart-TV, für 1200 Euro via Smile erstanden, brachte sechs Euro, etwa für die Arche oder das Deutsche Rote Kreuz. Alternativ gab es das Gerät bei der Konkurrenz für 200 Euro weniger. Bei einem Massageset waren es 20 zu 1000 Cent. Auch wer sich die Bestseller von Amazon vornimmt, wer die Preise anhand von Suchmaschinen knackt, kann mit einer Direktspende oftmals mehr Gutes tun als über den Versandhändler. Während Amazon etwa den Kauf eines Saugroboters mit 40 Cent belohnte, standen alternativ elf Euro für Spenden zur Verfügung. Bei einer Bestseller-Waschmaschine waren die Unterschiede noch größer: 1,70 Euro zu 50 Euro.
 
Bonbon obendrein: Im Gegensatz zu Smile-Spenden lassen sich Direktspenden in der Regel von der Steuer absetzen. Überraschend ist das alles nicht. Die Verbraucherzentrale NRW hatte bereits vor Jahren acht ähnlich konzipierte Spenden-Einkaufsportale im Internet unter die Lupe genommen. Doch ihre angeblich „revolutionäre Idee“ litt unter der gleichen Macke Und das, obwohl die Portale im Check mehr Ausschüttung für die Charity boten als Smile.Amazon: bis zu 25 Prozent je nach Kauf. Nichts desto weniger lautete schon damals der Rat, Shoppen und Spenden besser zu trennen.
 
Eine Ausnahme von dieser Empfehlung sollten sich lediglich Kunden erlauben, die stets Preise vergleichen. Denn wo Amazon tatsächlich das günstigste Angebot vorhält, kann via Smile ohne Bedenken der Spenden-Kaufbutton gedrückt werden.
Pressemeldung Verbraucherzentrale NRW