Konnte in Halle leider nicht den ersten Sieg des Jahres bejubeln: Lisa Rajes. (Foto: ostwestfalen.fotografie)

Das Warten auf den ersten Sieg im Jahr 2022 geht weiter. Gegen die Halle-Neustadt Wildcats musste sich die HSG Blomberg-Lippe am Samstagabend geschlagen geben. Am 13. Spieltag der Handball Bundesliga Frauen unterlag das Team aus der Nelkenstadt Halle letztendlich etwas zu deutlich mit 24:29 (11:12).

 

Nach der langen WM-Pause und vielen coronabedingten Spielabsagen hatte HSG-Trainer Steffen Birkner im Vorfeld des Spiels gefordert, schnellstmöglich wieder den eigenen Rhythmus zu finden. Doch in der Anfangsphase suchten seine Spielerinnen diesen noch vergeblich. Die HSG startete zerfahren in die Begegnung, leistete sich gleich zu Beginn einfache technische Fehler und musste mit anschauen, wie sich die Wildcats eiskalt auf 0:4 absetzten. Für den ersten Treffer der Blombergerinnen brauchte es schließlich einen enormen Kraftakt von HSG-Kapitänin Laura Rüffieux, welche sich aus der Umklammerung der Wildcats-Abwehr befreite und den Ball nach fünf Minuten mit aller Entschlossenheit zum 1:4 verwandelte. In der Folge schien es, als sei das Team aus der Nelkenstadt nun im Spiel angekommen. Linnea Pettersson verkürzte nach 12 Minuten mit einem abgefälschten Wurf zum 5:7. Doch mit zwei schnellen Kontern stellte Halle-Neustadt den alten Vier-Tore-Vorsprung beim Stand von 6:10 schneller wieder her, als es Birkner lieb sein konnte. Wenig überraschend daher, dass der HSG-Trainer bereits nach 15 Minuten die erste Auszeit des Abends zog und seiner Unzufriedenheit über den bisherigen Auftritt Luft machte. Die Worte des Trainers schienen gefruchtet zu haben. Tor für Tor kämpften sich die Blombergerinnen zurück und erzielten nach 25 Minuten durch einen erfolgreich verwandelten Siebenmeter von Marie Michalczik den 10:10-Ausgleichstreffer. Eine Aufholjagd, die auch dadurch ermöglicht wurden, dass die Wildcats nun selbst beste Chancen ungenutzt ließen und Melanie Veith im Tor der HSG hielt, was es zu halten gab. In die Halbzeitpause verabschiedete sich die Lipperinnen dennoch mit einem knappen 11:12-Rückstand, da die letzten Würfe von Michalczik und Nieke Kühne knapp ihr Ziel verfehlten.

 

Alles offen also für den zweiten Abschnitt, in dem es vor allem im Angriff einer deutlichen Leistungssteigerung der HSG benötigte. Hoffnung machte da der erste Führungstreffer des Abends: Ann Kynast traf nach 37 Minuten zum 14:13 für die HSG. Die Wildcats ließen sich davon jedoch wenig beeindrucken und erkämpften sich die Führung schnell zurück. Mehr und mehr schwappte das Momentum nun wieder in Richtung der Heimmannschaft. Außenspielerinnen Marija Gudelj brachte Halle-Neustadt neun Minuten vor dem Ende beim Stand von 20:24 wieder mit vier Toren in Führung. Birkner reagierte und brachte für die Schlussminuten noch einmal Andresen für Veith und stellte auf eine offensive Deckung um. Zudem wirbelte HSG-Youngster Leni Ruwe die Abwehr der Wildcats nun mächtig durcheinander. Unbekümmert erzielte die 17-Jährige in der 54. Minute den 23:24-Anschlusstreffer. Doch einmal mehr verpasste es die HSG in der Folge das Spiel zu drehen. Als Lisa Rajes und Jenny Murer dann auch noch unglücklich am Pfosten scheiterten, waren die Wildcats einmal mehr humorlos zur Stelle und brachen die Gegenwehr der Blombergerinnen endgültig. Mit 24:29 setzte sich das Team von Trainerin Katrin Welter etwas zu hoch, jedoch verdient als Sieger durch. Beste Werferinnen auf Seiten der HSG waren Michalczik und Rüffieux mit jeweils fünf Treffern. Bei den Wildcats trafen Madsen und Mikkelsen jeweils sechsmal.

 

Ernüchtert äußerte sich Birkner nach Spielende: „Es war von vornherein klar, dass uns hier ein enges Spiel bevorsteht. Wir haben mehrere Male die Möglichkeit gehabt das Spiel zu drehen, lassen dann aber zu viele Chancen liegen. Uns hat heute die Handlungsschnelligkeit im Angriff gefehlt. Das war insgesamt zu schwerfällig. Die freien Räume, die uns Halle durchaus angeboten hat, haben wir nicht genutzt und dann wird es auch mit einer ordentlichen Abwehr schwer etwas Zählbares mitzunehmen“, lässt der HSG-Trainer die Begegnung Revue passieren. Trotz Niederlage bekam Leni Ruwe, welche bei ihrem Bundesligadebüt eine „richtig, richtig gute Leistung“ gezeigt hat, ein Sonderlob vom Trainer. „Es nützt nichts jetzt Trübsal zu blasen. Wir werden die Niederlage analysieren und wollen gegen Bensheim/Auerbach eine Antwort auf dem Feld geben“, blickt Birkner nach vorne.

 

Durch die Niederlage verschlechtert sich die HSG mit 7:11-Punkten auf Platz 10, Halle hingegen beißt sich mit 13:11-Punkten weiter im oberen Tabellendrittel fest und steht derzeit auf Platz 5. Weiter geht es für die Blombergerinnen am nächsten Wochenende mit einem Auswärtsspiel bei den Bensheim/Auerbach Flames (29.01., 18 Uhr).

 

Tore für die HSG: Rüffieux (5), Michalczik (5/3), Kynast (4), Murer (3), Kordovská (3), Pettersson (2), Ruwe (2)

 

Tore für die Wildcats: Madsen (6), Mikkelsen (6), Gudelj (5), Nukovic (5), Gruber (4), Tietjen (2), Dierks (1)

 

 

 

 

Pressemeldung HSG