LeserbriefSehr geehrter Herr Geise, sehr geehrte Verantwortung tragende der Stadt Blomberg, nachdem nun schon lange die mahnenden Worte der Elternschaft über die beängten Verhältnisse an der Weinbergschule von den politischen Entscheidungsträgern unserer Stadt überhört wurden und nun, mit dem kommenden Schuljahr vier weitere neue erste Klassen die Schule am Weinberg endgültig aus allen Nähten platzen lässt, wurde in den letzten Wochen ein von uns nicht besonders favorierter Kompromis ausgehandelt. Vier Klassen, die jetzigen Zweitklässler, sollen in die alte Paradiesschule ausgelagert werden. Trotz der maroden Räumlichkeiten und der Trennung der Kinder vom normalen Schulhofgeschehen und dem sozialen Kontakt zu anderen Jahrgangsstufen der Grundschule, waren wir schließlich bereit, dem Kompromis zuzustimmen – nicht zuletzt, weil uns sehr wohl die von uns schon lange angemahnte prikäre Lage der Schule bewusst ist und wir dementsprechend bereit waren, unseren Beitrag zur Lösung dieses drängenden Problems zu leisten.

 
Sie können sich vorstellen wie überrascht wir waren, aus der Presse erfahren zu müssen, dass die Stadt Anträge für eine Sanierung und einen Umbau weiterer Teile der alten Paradiesschule bereits Mitte Februar eingereicht hat. Allerdings nicht etwa, um das drängende Problem der Weinbergschule zu lösen, sondern um ein Integrationszentrum und Unterkünfte dort zu errichten.

 

Die Unterbringung der Kinder dort erschien in dem Artikel nur als Randnotiz, von einer Sanierung der hierfür vorgesehenen Räume war erst gar keine Rede. Außerdem wurden aus den vier vorgesehenen Klassen plötzlich nur noch zwei. Die Elternschaft, ja nicht einmal die Schulleitung wurde davon in Kenntnis gesetzt, geschweige denn ihnen als betroffene Parteien die Mögklichkeit gegeben, sich dazu zu äußern. Und so entsteht wieder einmal der Anschein, dass der Stadt nicht wirklich daran gelegen ist ein nachhaltiges und tragfähiges Konzept für die Weinbergschule zu entwickeln und stattdessen versucht, eine notdürftige Behelfslösung nach der anderen durchzusetzen – ohne Beteiligung der Betroffenen, ohne eine wirkliche Lösung des Problems und in aller erster Front – auf dem Rücken unserer Kinder.

 

Wir, die Elternschaft der Weinbergschule sind nicht mehr bereit, weiter dabei zuzusehen. Wir fordern Sie auf, endlich tragfähige und zukunftsorientierte Vorschläge zur Lösung der Probleme der Weinbergschule zu entwickeln und zur Diskussion zu stellen – im Rahmen einer vernünftigen Schul- und Bildungspolitik unter Einbeziehung der Bürger.

 

Schließlich geht es um den größten Schatz, den unsere Stadt zu hüten hat – unsere Kinder.

 

Mit freundlichen Grüßen

(Dr. Andreas Koch)
i.A. der Schulpflegschaft „Grundschule am Weinberg“