Der SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn li. hört sich die Belange von Hundeschulen-Betreiber Lutz Weitkamp an. Foto SPD.

Betreiber Lutz Weitkamp ärgert sich über das Verbot von Gruppenstunden, die in Niedersachsen aber erlaubt sind / Der Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn hakt in Düsseldorf nach.

 

Malerisch und mit Ausblick in die Ferne liegt das umzäunte Gelände der Hundeschule Kalletal am Rande des Gewerbegebietes Echternhagen in Hohenhausen. Doch wo sich normalerweise Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern tummeln, herrscht die meiste Zeit gähnende Leere. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, berichtet Hundeschulen-Betreiber Lutz Weitkamp dem SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn bei einem Besuch.

 

Mit den ersten Lockerungen Ende Februar durften auch Hundeschulen in NRW wieder Einzel- und Spielstunden anbieten – aber keine Gruppentrainings. „Warum das bei uns auf dem Trainingsplatz im Freien nicht möglich sein soll, kann ich nicht verstehen. Wir haben hier genug Platz und sind an der frischen Luft“, sagt Weitkamp. Zur Verdeutlichung hat er sechs farbige Hütchen auf seinem 900 Quadratmeter großen Gelände in der Runde verteilt – jedes mit mehreren Metern Abstand zueinander. „Man sieht, dass beispielsweise Junghundetrainings mit sechs Personen und Tieren hier gar kein Problem sind“, sagt der erfahrene Hundetrainer, der seit 2014 seine Schule in Echternhagen betreibt und schon vor Monaten ein von der Gemeinde abgesegnetes Hygienekonzept erstellt hat.

 

Hinzu kommt, dass die Vorgaben für Hundeschulen in anderen Bundesländern wie Bayern, Schleswig-Holstein oder im benachbarten Niedersachsen nicht so streng sind wie in NRW. „Nur wenige Kilometer von hier in Niedersachsen dürfen Hundeschulen manche Gruppentrainings anbieten. Wir aber nicht“, sagt Weitkamp. Er habe schon von mehreren gehört, dass sie deshalb nun beispielsweise nach Bückeburg führen, um dort die entsprechenden Gruppenangebote für ihre Vierbeiner in Anspruch nehmen zu können. „Das ist Wettbewerbsverzerrung“, bringt es Weitkamp auf den Punkt. Denn: Allein von Einzel- und Spielstunden für Hunde könne er seine Schule nicht wirtschaftlich betreiben.

 

Dabei könne er sich vor Anfragen derzeit kaum retten. „Durch die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie haben sich offenbar sehr viele Leute ein Haustier zugelegt. Viele Neu-Besitzer suchen sich bei der Erziehung Rat und treten an die Hundeschulen heran. „Doch da wir derzeit nur Einzelstunden anbieten dürfen, können wir die Nachfrage gar nicht bedienen“, sagt Weitkamp. Viele Herrchen und Frauchen würden außerdem Gruppenstunden bevorzugen, die derzeit aber nicht in NRW erlaubt sind.

 

Mehrfach hatte er sich mit dem Problem, das alle Hundeschulen in NRW betrifft, bereits an die Landesregierung in Düsseldorf gewandt – jedoch keine Antwort bekommen. „Auch in der Coronaschutzverordnung werden wir mit keiner Silbe erwähnt“, ärgert sich Weitkamp, der sich wie viele seiner Kolleg*innen im Stich gelassen fühle.

 

Das kann der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn nur all zu gut verstehen. „Ich habe das Gefühl, dass Hundeschulen von der Landesregierung schlicht und ergreifend vergessen wurden. Leider kein Einzelfall“, sagt Berghahn. Immer wieder würden manche Berufsgruppen nicht berücksichtigt, links liegen gelassen oder gar ignoriert. „Ein Beispiel dafür ist die Schausteller- und Eventbranche, die seit Monaten keine Einnahmen hat und für die es auch keine Rettungsschirm-Programme gibt“, ärgert sich Berghahn. Das hätten er und die SPD im Landtag immer wieder gefordert.

 

Auch für Weitkamp und die anderen Hundeschulenbesitzer in NRW wird sich der Landtagsabgeordnete aus Blomberg einsetzen. In einem ersten Schritt hatte Berghahn bereits ein Schreiben an das Wirtschaftsministerium verfasst. Eine Reaktion darauf steht noch aus. „Ich werde mich auf jeden Fall um das Thema weiter kümmern und mich dafür einsetzen, dass auch Hundeschulen in NRW entsprechende Gruppentrainings anbieten dürfen. Warum das in Niedersachsen möglich ist und bei uns nicht, ist wie so vieles in der Pandemie kaum noch jemandem zu erklären.“

 

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn.