Obstbaumwartin Vanessa Kowarsch (Mitte) zeigt Jürgen Georgi und Dr. A. Heinrike Heil die Besonderheiten der alten Sorten auf der Streuobstwiese. Foto: Kreis Lippe.

Die Streuobstwiese ist eine alte Kulturlandschaft, die von Menschen geschaffen wurde. Meistens finden sich dort alte und regionale Obstsorten. Damit sie auch weiterhin als Hot Spot der Biodiversität dienen können, fördert die Umweltstiftung Lippe gemeinsam mit der Biologischen Station Lippe die Ausbildung von 20 Ehrenamtlichen mit 3.515 Euro. Ab November 2021 erlernen die zukünftigen Obstwiesenpfleger in sechs Modulen unter Anleitung der Obstbaumwartin Vanessa Kowarsch das spezielle Wissen rund um die richtige Pflege der Kulturlandschaften.

 

Viele alten Sorten wie beispielsweise der „Extertaler Katzenkopf“ oder die „Biesterfelder Renette“ haben sich zum Teil schon seit Jahrhunderten bewährt. Sie sind naturgesund auch ohne den Einsatz von Pestiziden und oft für Allergiker geeignet. Jürgen Georgi, Vorsitzender der Umweltstiftung Lippe erläutert: „Streuobstwiesen bieten durch ihre Strukturvielfalt einen wertvollen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere. Damit gehören sie zu den artenreichsten Biotopen in Deutschland. Um sie dauerhaft zu erhalten, ist aber eine kontinuierliche Pflege der Bäume als auch eine regelmäßige Nutzung des Grünlands notwendig.“

 

„Im Kreis Lippe gibt es viele alte Streuobstwiesen, Obstalleen oder Obstbäume in Gärten. In den letzten Jahrzehnten ist das alte Wissen um die Pflege der Kulturlandschaft Streuobstwiese leider fast gänzlich verloren gegangen.“ berichtet Vanessa Kowarsch weiter. In Ergänzung des von der Umweltstiftung Lippe bereits geförderten Projekts „Lebendige Landschaft Streuobstwiese“ erhalten deshalb in den Jahren 2021 und 2022 bis zu 20 Personen eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Obstwiesenpfleger mit Vanessa Kowarsch, der Projektleiterin „Lebendige Landschaft Streuobstwiese“.

 

Damit soll das alte und spezielle Wissen um die Pflege von Obstbäumen und den Erhalt von Streuobstwiesen wieder in die Region gebracht werden. Gleichzeitig wird ein Bewusstsein für regionale Ressourcen vermittelt. In der praxisorientierten Ausbildung lernen die Teilnehmenden die wichtigsten Grundlagen zur Pflege einer Streuobstwiese. In sechs Modulen erfahren die zukünftigen Obstwiesenpfleger so mehr über Sortenkunde, den richtigen Erziehungsschnitt oder aber das artenreiche Grünland. Und Georgi ergänzt: „Uns ist es wichtig, dass die ehrenamtlichen Obstwiesenpfleger Ansprechpartner und Multiplikatoren in ihren Gemeinden werden und dann mit Schulen oder Kitas kooperieren können. Im Idealfall entsteht so ein dauerhaftes „Kompetenznetzwerk Streuobst“ in Lippe.“

 

Geplant sind die Fortbildungen in Detmold, Schieder und Kalletal. Für die Verpflegung wird pro Modul ein Eigenanteil von 15 Euro in Rechnung gestellt. Ab sofort sind Anmeldungen für die Ausbildung zum Obstwiesenpfleger telefonisch unter 0178 5078380 oder unter www.lebendige-landschaft-streuobstwiese.de möglich.

 

Über die Umweltstiftung Lippe

Die Umweltstiftung Lippe wurde 2008 gegründet. Ihr Zweck ist die Förderung der Umweltbildung sowie von Vorhaben zum Schutz, zur Entwicklung und Pflege der Natur und Umwelt, Entwicklung und Erprobung zukunftsorientierter, umwelt- und naturschonender Energien in der Region. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung über eine halbe Millionen Euro in 56 Projekte investiert. Als Stiftungsfonds wird die Umweltstiftung von der Stiftung Standortsicherung treuhänderisch verwaltet.