©Klinikum Lippe.

Die Gesundheit Lippe GmbH als Muttergesellschaft u.a. des Klinikum Lippe und der Kreissenioreneinrichtungen blickt auf ein herausforderndes Jahr 2022 zurück. Nicht nur anspruchsvolle (gesamt-)wirtschaftliche und politische bzw. gesundheitspolitische Rahmenbedingungen und das nunmehr dritte Jahr in der Coronapandemie prägten das Geschäftsjahr, auch zusätzliche unvorhersehbare Ereignisse z.B. ein Hackerangriff, der das Klinikum im Herbst 2022 traf, verlangten dem Klinikum und seinen Mitarbeitenden viel ab.

 

Im Klinikum Lippe wurden im Jahr 2022 ca. 41.000 Patienten stationär behandelt, durchschnittlich verbrachten die Patienten 6,4 Tage im Klinikum. Die Zahl der ambulant behandelten Patienten belief sich auf ca. 100.000 Patienten. Ungefähr 10 Prozent der Patienten des Klinikum Lippe kommen aus Regionen außerhalb des Kreises Lippe. 2025 Babys/Kinder, darunter mehrere Zwillings- und Drillingsgeburten, kamen im Klinikum Lippe zur Welt.

 

In 2022 war ein massiver Anstieg im Bereich der Notfallversorgung zu verzeichnen, ein Zuwachs von 13.000 Patienten gegenüber dem Vorjahr ließ die Gesamtanzahl um 25 % auf 64.566 Notfallpatienten die im Klinikum Lippe ambulant und stationär behandelt wurden anwachsen. Dieser hohe Patientenanprall, hat die personellen und räumlichen Kapazitäten stark beansprucht – Wartezeiten, Flurbelegung und eine partielle Überlastung der Mitarbeitenden waren die Folge. Dennoch konnte die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger jederzeit gewährleistet und sichergestellt werden.

 

Kein Patient musste – wie in anderen Krankenhäusern leider auch nötig – abgewiesen werden. Hierfür gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größter Dank und Anerkennung – insbesondere auch wenn man weiß, dass auch bei den Mitarbeitenden zeitweise sehr hohe Krankenquoten bestanden. In manchen Wochen waren von 2.800 Mitarbeitenden über 500 krankheitsbedingt abwesend.

 

Die Gesundheit Lippe kann trotz aller Widrigkeiten auf eine positive und dynamische Entwicklung in den Häusern des Klinikums Lippe und den Kreissenioreneinrichtungen blicken, die weitere Investitionen in die Gesundheitsstandorte des Klinikum Lippe möglich machen. So konnten etliche technische und bauliche Investitionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 54 Millionen Euro in 2022 umgesetzt werden, die zur weiteren Profilierung und Attraktivierung insbesondere der Klinikstandorte beitragen werden.

 

Auch in der Medizintechnik konnten im Jahre 2022 Investitionen umgesetzt werden. Einige ausgewählte Beispiele:

Die Radiologie des Klinikum Lippe am Standort Lemgo ist um ein Diagnosegerät reicher: Mit der neuesten Technologie des 3 Tesla MRT erhöht sich der Patientenkomfort deutlich, denn die Verweilzeit „in der Röhre“ wird u.a. signifikant verkürzt. Für behandelnde Ärzte wie für Patienten ist die erheblich präzisere Bildgebung des Gerätes wichtig, sodass die Diagnosen und Therapien früher ansetzen können. Für das sieben Tonnen schwere Gerät investierte das Klinikum in die notwendigen Baumaßnahmen.

 

Durch die Einführung und Anschaffung einer zweiten Konsole des DaVinci-Operationssystems hat die Roboter assistierte minimalinvasive viszeralchirurgische und urologische Chirurgie maßgeblichen Anteil an zahlreichen erfolgreichen Eingriffen. Über 1.000 schonende Operationen sind mit der Technik bereits absolviert.

 

Im Mai 2022 wurde mit dem dritten Herzkatheterlabor im Klinikum Lippe das leistungsfähigste seiner Art im Ostwestfälischen Raum in Betrieb genommen. Durch die Integration der Röntgenbildgebung mit allen aktuellen Verfahren der Stenosebeurteilung im Gefäß und durch die Möglichkeit der roboterunterstützten Intervention an verengten Koronargefäßen sind optimale Voraussetzungen für sichere und schonendere Eingriffe am Herzen geschaffen worden. Besonders ältere Herzpatienten profitieren davon.

 

Der weitere Aufbau des Universitätsklinikums Campus Lippe hat 2022 ebenfalls weiter Gestalt angenommen: Mit der Berufung von drei weiteren Universitätsprofessoren am Campus Lippe, konnte die Weiterentwicklung zum Universitätsklinikum sowohl personell als auch infrastrukturell vorangetrieben werden.

 

Im März 2022 startete offiziell die universitäre Ära des Klinikums Lippe: Prof. Dr. med. Stephan Gielen nahm den Ruf der Universität Bielefeld auf eine W3-Professur für Kardiologie an. Prof. Gielen ist seit 2016 Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin am Klinikum Detmold.

 

Zum 1. Juli 2022 erhielt der Campus Klinikum Lippe des Universitätsklinikums OWL (UK OWL) mit Univ.-Prof. Dr. med. Thorsten Kaiser einen neuen Chefarzt und gleichzeitig die zweite universitäre Fachabteilung. Der 47-Jährige leitet das Universitätsinstitut für Laboratoriumsmedizin und Klinische Pathobiochemie und vertritt die zugehörigen Fächer an der Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld.

 

Für Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Michel Eisenblätter waren auch die Investitionsentscheidungen ein Grund, dem Ruf der Universität Bielefeld auf die Professur für Klinische Radiologie zu folgen und die Leitung des Universitätsinstituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Campus Klinikum Lippe zu übernehmen. Die Einrichtungen der Gesundheit Lippe GmbH beschäftigte 2022 insgesamt 3.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Altenhilfeeinrichtungen und an allen drei Klinikstandorten Bad Salzuflen, Detmold und Lemgo sowie in den Servicegesellschaften.

 

Der Jahresüberschuss der Klinikum Lippe GmbH betrug 2022 2,25 Millionen Euro, der Umsatz 289 Millionen Euro. Auch die Kreissenioreneinrichtungen Lippe GmbH konnten 2022 ihre Konsolidierung der Vorjahre fortsetzen und in den Einrichtungen in Blomberg, Lemgo, Detmold und Oesterholz einen Jahresüberschuss von insgesamt rd. 143.000 Euro erzielen.

 

Pressemeldung: Klinikum Lippe