Schöne Worte hatten Olaf Szepat und Otmar Akemeier-Mehret für die ausscheidenden Trainer der JSG Blomberg-Schieder Schwalenberg kürzlich im Rahmen einer kleinen Abschiedsfeier im Stadion am Rammbocke gefunden. Auf die Wichtigkeit zur Übernahme solcher Ehrenämter, den damit verbundenen Zeitaufwand und die Hinnahme persönlicher Entbehrungen hat unsere Redaktion mehrfach hingewiesen. Folglich freuen wir uns den nun ehemaligen Trainern ein wenig Wertschätzung entgegenbringen zu dürfen.

 

Akemeier-Mehret lobte als ersten in der Runde Jens Hötger, er sei immer geradeaus und spreche deutliche Worte. Im letzten Jahr habe es fast zum Aufstieg mit der A-Jugend gereicht – ein Ergebnis jahrelanger guter Arbeit – wofür er sich im Namen aller Beteiligter herzlich bedankte. Jens Hötger, Jahrgang 1969, ist verheiratet und wohnt mit seiner Frau in Lothe. Über die Spielgemeinschaft mit Schieder-Schwalenberg ist er 2014 zum Blomberger SV gekommen, war von der D-Jugend bis zu seinem 20. Lebensjahr im Seniorenbereich aktiver Spieler und durfte sich über den Titel Kreismeister A-Junioren freuen.

 

Zur Übernahme des Traineramts ist Jens Hötger erstmalig durch seinen Sohn gekommen. Seit 2006 ist er nun im Amt gewesen, trainierte Jugendmannschaften von den Minis bis zur A-Jugend, lediglich die B-Junioren wurden nicht trainiert. „Junge Menschen für den Sport, gerade für den Mannschaftssport zu begeistern und ihnen Sozialkompetenz mitgeben zu dürfen hat mich immer mit Freude erfüllt. Durch die erreichten Ziele und sich einstellenden Erfolge wurde diese Freude natürlich noch verstärkt. Getreu seinem Motto: „Wer hart an sich arbeitet wird auch Erfolg haben“
, gelang es dann auch Kreismeister mit den F- und D-Junioren und Hallenkreismeister zu werden. Zusätzlich erinnert sich Hötger an das Spiel gegen Hügelland in der letzten Saison. Trotz Niederlage vor voller Kulisse, es waren rund 300 Leute im Stadion, zu spielen sei ein tolles Erlebnis gewesen.

 

Hötger hört aus privaten Gründen auf, ein Schritt der ihm scheinbar nicht leicht gefallen ist. Dennoch freut er sich nun auf seinen Garten und seine Nishikigoi (Koi), was wörtlich übersetzt „Brokatkarpfen“ bedeutet, im eigenen Teich. In der kommenden Saison wird er seiner Borussia aus Mönchengladbach in der Champions League die Daumen drücken. Zu seiner Freude ist einem Blomberger Jugendteam der Aufstieg in die Bezirksliga gelungen. „Überkreislich zu spielen: Das ist gut so!“, erklärte Hötger, der sich dem BSV nach wie vor verbunden fühlen wird.

 

Dirk Wäser bezeichnete Olaf Szepat als treue Seele, hat er zwar mit bzw. durch seinen Sohn den Weg zum BSV gefunden, dem Verein aber auch nach dessen Ausscheiden dem Verein weiterhin die Treue gehalten und viele Mannschaften betreut. Auch für Aufgaben, die von Dritten nicht so gern übernommen wurden, war Wäser sich zu keiner Zeit zu schade. Dirk Wäser wohnt seit einiger Zeit in Barntrup, lebt dort mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Der 50-Jährige ist seit 2012 Mitglied beim BSV und ist, abgesehen von seiner aktiven Zeit in der D- und C-Jugend, eher als Freizeitkicker unterwegs gewesen. Damals angesprochen von Vito Caporale, wuchs Wäser langsam in die Verantwortung hinein und übernahm zunächst eine E-Jugend. Als Betreuer war er für die Mannschaften von E- bis B-Jugend verantwortlich und durfte sich über einen gewonnen Meistertitel mit der D-Jugend freuen.

 

Zu seinen Hobbys zählen nebst Fußball der Computer, die Daumen drückt er regelmäßig seinem FC Bayern München. Aufgrund erhöhten Arbeitsaufkommens scheidet Dirk Wäser nun leider aus, bleibt dem BSV als Spieler der Walking-Football-Abteilung erhalten und wünscht gerade der Jugendabteilung des Vereins, die im besonders am Herzen liegt, weiterhin alles Gute.

 

Zwei Jahre hat es Günter Kmuche-Gabel beim BSV ausgehalten und war laut Szepat eine absolute Bereicherung. Mit einfachen Mitteln habe er den Jugendlichen Disziplin beigebracht und sei zudem auch überragend mit den Kindern der Kindergärten umgegangen. Die BSV-Tür stehe für Kmuche-Gabel jederzeit offen und man hoffe sehr ihn künftig auch durch das DFB-Mobil regelmäßig in Blomberg zu sehen. Günter Kmuche-Gabel ist Jahrgang 1953, wohnt mit seiner Frau in Lage und hat eine Tochter. Der Technikinteressierte verbringt seine Freizeit gerne mit der Familie, eine weitere Leidenschaft ist sein Motorrad.

 

1965 schnürte er sich das erste Mal die Fußballschuhe und trat bis zur Saison 1985/86 selbst gegen das Leder, unter anderem in der Kreisliga A. „A“ ist dann auch gleich das „Stichwort“ zur Qualifikation, Kmuche-Gabel ist Inhaber der A-Lizenz, der zweithöchsten Lizenzstufe im DFB, was ihn berechtigt Männermannschaften unterhalb der 3. Spielklasse zu trainieren. Seniorenteams hat er zwar auch trainiert, u. a. auch als Spielertrainer, doch lag sein Fokus immer auf den Mannschaften der C- bis A-Jugend. In seine Trainertätigkeit sei er „so reingerutscht“, äußert er eher bescheiden. Seine Motivation sei es immer gewesen selbst Etwas zu entwickeln und sein Wissen an Menschen weiterzugeben. Der Spaß am Umgang mit Menschen hat ihn dann auch so lange durchhalten lassen, immerhin ist Kmuche-Gabel seit nunmehr fast 50 Jahren als Trainer aktiv – eine Leistung die unserer Redaktion allen Respekt abverlangt. Etwas kürzer werde er nun treten, sich aber noch nicht aus der Szene verabschieden. Eine Anfrage aus Kachtenhausen (E-Jugendbereich/ Lage), in der er um Hilfe gebeten wurde, konnte er nicht abschlagen und wird dort, gemeinsam mit einem Kollegen, als Trainer fungieren.

 

Beim BSV hat er sich nach eigener Aussage pudelwohl gefühlt, er habe hier eine tolle Truppe und ein sehr offenes Klima vorgefunden. Kmuche-Gabel ist sich sicher, dass sich das beim BSV auch nicht ändern wird, hier passe einfach alles zusammen. Seine Wünsche für den Verein sind eindeutig. Die Bezirksliga im Jugendbereich halten und nach und nach weitere Jugendmannschaften in diese Spielklasse hochziehen. Ob Blomberg den Vorzeigetrainer und Fan von Arminia Bielefeld (früher ist er in der Kreisliga A in diesem Trikot aufgelaufen) zu einem späteren Zeitpunkt wieder verpflichten können wird? Die Tür bleibt offen.

 

Für Bernd „Alfi“ Albert brauchte Olaf Szepat nicht viele Worte. Das „Eigengewächs“ des BSV rührt in allen Pötten, steht immer mit Rat und Tat zur Seite. Für die vielen Jahre hervorragender Arbeit bedarf es nur eines Wortes: DANKE! Viele Jahre hat „Coach Alfi“ Kindern das Kicken beigebracht und war zuletzt an den Erfolgen der Blomberger C-Jugend beteiligt. In zweiter Reihe hinter Günter Kmuche-Gabel zu stehen war für den Kicker der Altherren überhaupt kein Problem, als Duo haben sie dafür gesorgt, dass der Blomberger Nachwuchs über sich hinausgewachsen ist. Auch am FußballCamp-Lippe hat Albert seit der ersten Stunde mitgewirkt.

 

Bernd „Alfi“ Albert ist Jahrgang 1969, wohnt mit seiner Frau und seinem Sohn in unmittelbarer Nähe zu seiner Wirkungsstätte, dem Blomberger Stadion, welches man schon fast als zweites Zuhause bezeichnen darf. Unzählige Stunden hat er u. a. dort seit seinem 12. Lebensjahr als aktiver Fußballer verbracht, spielte früher in der Kreisliga A und ist heute noch im Team der Altherren aktiv. Trainer wurde er erstmalig 2002, schnell wurden seine Fähigkeiten erkannt und ausgebaut. Sein Zugang zu den Kindern – fast schon väterlich – immer aber freundschaftlich.

 

Zu seinen Erfolgen als Trainer stehen sicherlich der unerwartete Einzug ins Kreispokalfinale, welches dann gegen den Landesligisten aus Jerxen-Orbke leider verloren wurde. Diverse 1. und vordere Plätze bei Turnieren und die Meisterschaft mit seiner E-Jugend bleiben ihm unvergesslich. Sein Motto ist einfach und ihm auf und neben dem Platz anzumerken: Disziplin! Diese hat er, bei allem freundschaftlichen Wirken, auch stets an seine Zöglinge weitergegeben. Nach so vielen Jahren sei er jedoch ein wenig ausgelaugt.

 

Die viele Zeit, die hohe Intensität und auch die vielen organisatorischen Dinge abseits des Platzes, die ein Traineramt mit sich bringen, haben Spuren hinterlassen. Seine Akkus will er, der körperlich noch immer als „Fit wie ein Turnschuh“ bezeichnet werden darf, mit regelmäßigen Lauftrainings aufladen, womit er bereits parallel zum Training nach seiner Knie-OP im Dezember 2019 begonnen hat. Fast 1.000 km hat er schon zum Zeitpunkt des Interviews per pedes zurückgelegt – eine beachtliche Leistung. Dem BSV bleibt er nicht nur wohlgesonnen, sondern auch erhalten – folglich wünscht er seinem Verein nur das Beste.

 

Auch von Thorsten „Picco“ Conrad kann es nach Aussage von Olaf Szepat keinen Abschied geben. Seit gefühlt über 40 Jahren gehöre er einfach zum BSV, habe seine Tochter zum Fußballspielen gebracht und auch nach ihrem „Austritt“ die Vereinsfahne weiterhin hochgehalten. Für das „Drumherum“ werde man sich auch künftig auf Picco verlassen können, ist sich die Vereinsführung sicher.

 

Der Blomberger Thorsten „Picco“ Conrad, Baujahr 1967, ist verheiratet und hat eine Tochter. Seit 1976 trägt er die Vereinsfarben, durch seinen Achillessehnenriss im Jahr 2010 beendete er seine aktive Laufbahn. Gespielt hat er bis in die Kreisliga A, heute verstärkt er mit Freude die Gehfußball-Abteilung des Vereins. Als Trainer war Picco zwischen 1991-1993, 2002-2007 und 2014 bis heute tätig. Von den Minis bis zur C-Jugend hat er engagiert gearbeitet und erinnert sich noch gut daran, als sein Team das Vorspiel zu Arminia Bielefeld gegen Borussia Mönchengladbach, wo seine Truppe die Einlaufkinder stellen durfte, gegen Wunstorf bestreiten durfte – ein tolles Erlebnis vor großer Kulisse. Sein Weg ins Traineramt war, wie bei so vielen, eher zufällig und auf Anfrage aus Vereinsreihen. Eine Zusatzmotivation war sicherlich auch seinen Neffen und natürlich seine Tochter trainieren zu können.

 

Ein weiteres Hobby des Köln-Fans ist das Kegeln, sein Motto – wie könnte es für einen „Kölner“ anders sein: Et kütt wie et kütt. So unbeschwert sein Motto, so unbeschwert sein Wirken – er hatte immer ein offenes Ohr für seine Spieler und hat sich selbst nie zu wichtig genommen. Als Grund für seinen Ausstieg nannte Thorsten Conrad, dass die Kinder mal frischen Wind brauchen und er auch ein wenig ausgebrannt sei. Die gewonnene Zeit werde er nebst der Familie und dem Kegelsport auch dem Gehfußball widmen. Er wünscht sich die Fortführung der hervorragenden Jugendarbeit des Vereins – und wer Picco kennt wird wissen: Er wird das weiterhin beobachten und mit Rat und Tat zur Seite stehen – dazu braucht er kein Amt.

 

Terminlich verhindert, gesellte sich der sechse zu verabschiedende Trainer etwas später zu der Runde. Havzullah „Havi“ Coral ist Jahrgang 1986, hat von der F- bis zur C-Jugend aktiv in der Kreisliga gespielt und fungierte seit 2016 als Trainer beim Blomberger Sport-verein. Unter Ausbildungstrainer Dirk Erfkamp, der im BSV den Posten „Jugendkoordinator Spiel- und Trainingsbetrieb“ verantwortet, erwarb Coral seine Trainer-C-Lizenz und trainierte erfolgreich Mannschaften von der F- bis zur D-Jugend.

 

Der Familienvater lebt mit seiner Frau in Blomberg, hat zwei Söhne und zwei Töchter. Wie es in vielen Familien ist, so auch hier: Die Söhne spielen Fußball, die Mädels Handball. Seine Söhne waren dann auch die Motivation zur Qualifizierung und Mitwirkung als Trainer. „Du bekommst nur das was Du gibst“ lautet sein Motto, nur wer etwas investiert wird am Ende auch Erfolg haben. Mit seiner F-Jugend freute er sich daher auch sehr über den 2. Platz in der Abschlusstabelle. Coral, der Fan von Borussia Dortmund ist, möchte zukünftig mehr Zeit für seine Familie haben.

 

Während er mit den Söhnen viel Zeit auf dem Platz verbringen konnte, kamen seine beiden Mädchen in der Vergangenheit aus seiner Sicht zu kurz. „Ich möchte bei allen vier Kindern am Spielfeldrand zuschauen, als Trainer schaffe ich das zeitlich einfach nicht“, äußerte Coral und räumte in Ergänzung ein, dass ihm auch die Arbeit einiges abverlange. Seinem BSV wünscht er natürlich weiterhin viel Erfolg und bedankte sich für den tollen Zusammenhalt, den er in den letzten Jahren erleben durfte. Auch er bleibe dem BSV verbunden und wird, zumindest als Zuschauer bei seinen Jungs, dem Verein noch lange Zeit als Fan erhalten bleiben.

 

Anmerkung der Redaktion: Herzlichen Dank für die Einladung zu dieser doch emotional anmutenden Veranstaltung. Auf eine solch homogene Truppe trifft
man gerne – und in Blomberg glücklicherweise auch an vielen anderen Stellen. Die Verabschiedung der verdienten Trainer hätte sich der BSV sicherlich in einem deutlich größeren Rahmen, gerade mit Blick auf das 100-jährige Vereinsjubiläum, gewünscht. Es war dennoch ein würdiger Rahmen, alle Trainer der Jugendabteilung waren für die scheidenden Kollegen gekommen und zollten ihren Respekt. Gleichwohl der „Weggang“ für den BSV natürlich und gerade menschlich einen Verlust bedeutet, so sind die Posten der Trainer für die kommende Saison schon gut nachbesetzt worden. Und „aus der Welt“ sind die nun ehemaligen Trainer auch nicht, werden dem BSV auch weiterhin die Treue halten.

 

Als Redaktion durften wir die Trainer nun auch schon über einen längeren Zeitraum in ihrem Wirken begleiten und als mitorganisierendes Unternehmen “Blomberg Medien“ im Rahmen des Fußball-Camp Lippe auch mit ihnen arbeiten. Es war uns immer eine Freude und wir wünschen für den weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute.