Baumeister und Künstler: Ernst von Bandel, Selbstporträt, o. J., Öl auf Leinwand / Foto: Lippisches Landesmuseum Detmold.

Bebilderter Vortrag über das Lebenswerk des Ernst von Bandel, mit Carl-Heinz Helwig, am Sonntag, dem 15. Mai, um 15 Uhr, im Lippischen Landesmuseum Detmold. Ernst von Bandel wurde am 17. Mai 1800 in Ansbach geboren. Anlass genug, um diesen Mann am 15. Mai, also fast auf den Tag genau 222 Jahre später, in einem bebilderten Vortrag näher vorzustellen.

 

Das Hermannsdenkmal kennen viele, doch wer war der Macher dieses Denkmals? Woher die Idee, wie die Umsetzung, woher die Kraft, über ein gesamtes Menschenleben dieses Ziel zu verfolgen? Wer war dieser Ernst von Bandel? Er war Bildhauer, Baumeister, Ingenieur, Maler, Zimmermeister, technischer und sozialer Erzieher seiner Arbeiterschar und wurde mit 63 Jahren noch Kupferschmied. Carl-Heinz Helwig erforscht seit vielen Jahren Bandels faszinierendes Leben und entdeckte dabei auch die persönlichen Seiten dieses erstaunlichen Mannes.

 

„Bei aller Strenge war er stets freundlich gegenüber seinen Leuten. Er verlangte viel von jedem Einzelnen, aber an sich selbst stellte er die höchsten Anforderungen. Er arbeitet mit ihnen von früh bis abends und war fleißiger als irgendein anderer“, beschriebt Carl-Heinz Helwig seinen Charakter. „Auch wenn er manchmal sehr grob und impulsiv sein konnte, so hatte er doch stets ein ermunterndes Scherzwort für die Erschlaffenden und ein teilnehmendes Herz für alle seine Leute. Das fühlten sie, hingen an ihm, verehrten ihn und nannten ihn respektvoll so, wie er sich später auch selber nannte: Der Alte vom Berge.“, fügt Helwig hinzu.

 

Wer war also dieser Ernst von Bandel? Hatte er neben seiner Arbeit noch ein Privatleben und was hat er außer dem beeindruckenden Hermannsdenkmal über all die Jahre geschaffen? Bandel, der bei seiner Ankunft in Detmold als „hergelaufener Künstler“ tituliert wurde, hat weit mehr hinterlassen als nur einen Kupferkoloss auf den Höhen des Teutoburger Waldes. Allein 150 bekannte Werke umfasst Bandels bildhauerisches Erbe. Spuren seines Schaffens finden sich von Hamburg bis München. Sein Werk war unglaublich vielfältig, er fertigte Skulpturen an, entwarf sakrale Kunst und Grabmäler.

 

Nach diesem spannenden bebilderten Vortrag wird man ohne Zweifel Carl-Heinz Helwig zustimmen: „Bandel war ein Star seiner Zeit!“. Diese Veranstaltung findet im Rahmen des internationalen Museumstages statt. Der Eintritt ist von 11 bis 18 Uhr frei. Im Anschluss an den Vortrag findet um 16.30 Uhr eine kostenlose Führung durch die Ausstellung Mythos Varusschlacht statt. Da die Teilnehmerzahl bei den Veranstaltungen begrenzt ist, wird eine Reservierung empfohlen, telefonisch unter 05231 99250 oder shop@lippisches-landesmuseum.de.