Sophie Stapf ist die erste Notfallsanitäterin, die die dreijährige Ausbildung bei den Johannitern Lippe-Höxter erfolgreich abgeschlossen hat. Mit ihr freut sich Björn Möhwald, Fachbereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Lippe-Höxter. Foto: Johanniter.

Sophie Stapf ist die erste Notfallsanitäterin der Johanniter in Lippe-Höxter, die die dreijährige duale Ausbildung zum Notfallsanitäter erfolgreich abgeschlossen hat. Nahtlos wechselte sie in ein festes Arbeitsverhältnis und ist nun auf den Rettungswachen Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Schlangen und Lemgo-Lieme im Einsatz, die die Johanniter-Unfall-Hilfe für den Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe betreiben.

 

Mit der 23-Jährigen arbeiten nun 22 Notfallsanitäter für die Johanniter in Lippe-Höxter. Allerdings ist Sophie Stapf die erste, die den 2014 neu geschaffenen Ausbildungsberuf hier in drei Ausbildungsjahren gelernt hat. Die meisten ihrer Kollegen waren ausgebildete Rettungsassistenten und konnten durch eine Zusatzqualifizierung den Notfallsanitäter erwerben.

 

In der dualen Ausbildung zum Notfallsanitäter wechseln sich Schule und Praxisblöcke im Dreimonatsrhythmus ab. In den Praxisblöcken arbeitete Stapf auf den Johanniter-Rettungswachen oder im Klinikum Lippe. Der Notfallsanitäter trifft alle Entscheidungen, bis der Arzt eintrifft und erhält hierfür mehr Handlungskompetenzen als der bisherige Rettungsassistent, der nur in äußersten Notfällen handeln durfte, etwa bei lebensbedrohlichen Verletzungen. Aus diesem Grund ist das Thema Notfallmedikamente ein wichtiger Schwerpunkt in der Ausbildung zum Notfallsanitäter, auch bei der Zusatzqualifizierung von Rettungsassistenten.

 

Die Ausbildung sei anspruchsvoll, denn der Beruf des Notfallsanitäters setze viel Wissen, Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungsfreude voraus. „Nicht alles, was ich in der Ausbildung gelernt habe, muss ich im Arbeitsalltag regelmäßig anwenden. Deshalb heißt es auch nach der Ausbildung regelmäßig wiederholen und üben“, erklärt Sophie Stapf. „Generell darf man in unserem Beruf nicht aufhören zu lernen – ständig ändert sich etwas und auch auf seltene Vorfälle muss man vorbereitet sein und routiniert mit der Situation umgehen“, so Stapf weiter.

 

Sophie Stapf, die in Blomberg zu Hause ist, engagiert sich bereits seit 2013 bei den Johannitern: Seit ihrem 17. Lebensjahr ist sie als Ehrenamtliche im Ortsverband Blomberg aktiv, absolvierte nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr und ist seit Anfang des Jahres Regionaljugendleiterin der Johanniter-Jugend in Lippe-Höxter. Trotz ihrer ehrenamtlichen Aktivitäten, Schicht- und Wochenenddiensten findet die frischgebackene Notfallsanitäterin Zeit für ihr Hobby, den Pferdesport.

 

„An meinem Beruf gefällt mir, dass er abwechslungsreich und anspruchsvoll ist und dass jeder Tag anders ist. Man arbeitet in einem Team Einsätze eigenständig ab und zwischen den Einsätzen kann man auch einfach mal mit dem Team Spaß haben“, begründet Stapf ihre Berufswahl. Bundesweit werden Notfallsanitäter im Rettungsdienst dringend benötigt, denn ab 2021 muss jeder Rettungswagen mit mindestens einem Notfallsanitäter besetzt sein.

 

Ausbildung zum Notfallsanitäter:

Dreijährige Berufsausbildung (löst die Rettungsassistenten-Ausbildung ab).
Duale Berufsausbildung mit wechselnden Blöcken in:
– der Berufsfachschule (1920 Stunden),
– im Ausbildungsbetrieb, also auf der Rettungswache (1960 Stunden) und
– im Krankenhaus (720 Stunden).
Voraussetzungen: mind. 18 Jahre, gesundheitliche Eignung, Mittlere Reife.