Aus der NelkenWelt: Die Redaktion bedankt sich bei Susanne Kleemann (CDU) und Christoph Dolle (SPD) für das jeweilige Interview in Schriftform. Aufgrund der Corona-Pandemie kann lediglich ein eingeschränkter Wahlkampf stattfinden, daher bieten wir den Kandidaten gerne diese Plattform, distanzieren uns wie immer von den Inhalten, die wir unverändert abbilden.

 

Seit wann engagieren Sie sich in der Lokalpolitik und aus welchen Beweggründen heraus sind Sie damals angetreten?

Es geht mir immer um Blomberg. Unsere Heimat. Seitdem ich hier hingezogen bin, vor 30 Jahren, habe ich mich schon immer in sämtlichen Bereichen für Blomberg eingesetzt. Im Rat der Stadt darf ich seit 2014 tätig sein.

 

Warum kandidieren Sie nun als Bürgermeister/in?

Mir geht es darum, Blomberg besser, bekannter und beliebter zu machen. Die Potentiale sind da. Sie wurden aber bisher nicht ausreichend genutzt. Wir müssen jetzt gemeinsam daran arbeiten, unser Blomberg für eine starke Zukunft bestens aufzustellen.

 

Welche Qualifikationen, Erfahrungen oder Eigenschaften zeichnen Sie aus Ihrer Sicht aus?

Kommunalpolitik ist ganz nah am Menschen. Da geht es weniger um Theorien, da ist Praxis gefragt. Ich lebe gerne hier und identifiziere mich mit Blomberg. Als stellv. Bürgermeisterin und natürlich durch die Ratsarbeit konnte ich sehr viele Erfahrungen sammeln. Zusätzlich habe ich mich sehr intensiv kommunalpolitisch fortbilden können.

 

Welche Schwachstellen gibt es in Blomberg? Wo besteht akuter Verbesserungsbedarf?

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es viele. Die kann ich hier nicht alle aufzählen. Wichtig ist mir, dass wir bestes Kinderbetreuungs-, Schul- und Bildungsangebot bieten können. Das ist für junge Familien höchst wichtig. Aber wir müssen es auch schaffen, junge Menschen hier in Blomberg zu halten. Dazu brauchen wir beste Arbeitsplatzangebote, eine pulsierende Wirtschaft. Das alles braucht viele konkrete Schritte. Aber ganz vorne steht für mich, dass wir nicht nur über bessere Digitalisierung reden, sondern aktiv daran arbeiten, sie überall zu realisieren.

 

Welche vorrangigen drei Ziele würden Sie als Bürgermeister/in für Blomberg verfolgen?

Digitalisierung, Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung.

 

Wie wollen Sie diese Ziele umsetzen/ finanzieren?

Allein kann auch eine Bürgermeisterin überhaupt nichts umsetzen und schon gar nicht finanzieren. Nur gemeinsam mit vielen Ideen, auch unserer Bürgerinnen und Bürger, können wir wirklich etwas erreichen. Ich stehe für ein aktives Miteinander und nicht für Streitereien.

 

Was zeichnet Blomberg als Stadt aus Ihrer Sicht aus?

Ich nenne mal fünf Punkte: Erstens unsere Bürgerinnen und Bürger. Mit ihren vielfältigen Ideen und Initiativen. Zweitens der Gemeinschaftssinn, der Zusammenhalt und das ehrenamtliche Engagement. Drittens die Vielfalt durch unsere vielen Dörfer, die ihren eigenen Charakter pflegen. Viertens die Schönheit der Landschaft, der Umwelt, der Natur. Fünftens die vielen Möglichkeiten, die wir nutzen können, um Blomberg auch für Besucher und Touristen noch viel interessanter zu machen.

 

Nehmen wir an, Ihnen stünden 10 Millionen Euro für Blomberg zur Verfügung, die Sie ohne jegliche Zwänge investieren dürften. Was würden Sie tun?

Das ist natürlich eine Suggestivfrage, die ja nicht wirklich eine Antwort erwartet. Ich spekuliere und träume nicht. Denn ein solcher Fall wird für eine Bürgermeisterin niemals eintreten.

 

Beschreiben Sie die aktuelle Situation des Blomberger Haushalts. Nehmen Sie dabei gerne auch Bezug zum Thema Corona (Entwicklung Finanzlage).

Ein kommunaler Haushalt ist immer verbesserungsfähig. Aber wir Kommunalpolitiker müssen uns auch immer wieder bewusst machen: Wir verwalten das Geld der Bürger. Wir können nicht mehr ausgeben, als wir durch Steuern und Abgaben hereinbekommen. Da ist Solidität gefragt. Corona hat uns in eine Ausnahmesituation getrieben. Wir können heute nicht darüber spekulieren, wie die Haushaltssituation in den nächsten Jahren aussehen wird. Aber es ist eine sehr besondere Ausnahmesituation, die auch außergewöhnliche Schritte verlangt. Europa, Bund und Land haben da schon Vieles eingeleitet. Und ohne Mittel aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf wird es nicht reibungslos weitergehen.

 

Was haben Sie sich für die ersten 100 Tage Ihrer Amtszeit vorgenommen?

Erstens: Kassensturz. Zweitens: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus noch besser kennen- und schätzen lernen, um ihre tatsächlichen Kompetenzen für die Stadt besser nutzbar machen. Drittens: Mit den Fraktionen eine konstruktive Zusammenarbeit aufbauen. Viertens: Eine Zukunftswerkstatt für Blomberg einrichten, die insbesondere die Themen Wirtschaftsförderung, Wohnen + Leben, Digitalisierung und Klimaschutz behandeln wird. Fünftens: Es wird regelmäßig Bürgersprechstunden geben, aber nicht nur in den ersten einhundert Tagen.  Sechstens: Alle Förderprogramme, die es von Europa, vom Bund und vom Land NRW gibt, auf ihre Anwendbarkeit für Blomberg prüfen. Siebtens: Es ist notwendig, frühzeitig mit einer engeren Zusammenarbeit aller Nachbarstädte und –gemeinden zu beginnen.

 

Als neuer Bürgermeister/neue Bürgermeisterin sind Sie Chef/in der Stadtverwaltung. Was dürfen die Mitarbeiter von Ihnen erwarten?

Offenheit, Motivation, viele neue Ideen, Wertschätzung und die richtige und angemessene Einbindung in alle anstehenden Aufgaben.

 

Klaus Geise scheidet nach 16 langen Jahren aus dem Amt, worin sehen Sie seine Stärken?

Es ist eine schätzenswerte Größe, dass er nach 16 Jahren einen Wechsel im Bürgermeisteramt für richtig hält.

 

Gibt es etwas was Sie komplett anders machen würden?

Ja, Kommunalpolitik ist eben viel mehr als die Verwaltung des Hier und Jetzt. Wir müssen viel stärker Zukunftsarbeit für unsere Stadt betreiben. Aber Corona und seine Folgen werden uns alle dazu zwingen, künftig sehr viel anders zu machen.

 

Was unterscheidet SPD und CDU voneinander?

Wir sind die Union, die alle Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt und in ihre Entscheidungen mit einbezieht. Wir sind für alle Menschen da, auch wenn uns – leider – nicht alle wählen. Die SPD hat in der Vergangenheit zu häufig gezeigt, dass sie sich ganz wesentlich auf die Förderung ihrer eigenen Anhängerschaft konzentriert.

 

Welche Unterstützung erhoffen Sie sich als Bürgermeister/in von den Bürgern?

Zunächst einmal habe ich als Bürgermeisterin gute Arbeit zu leisten. Ich werde alles tun, die Menschen in Blomberg frühzeitig in alle Planungen mit einzubeziehen.  Es wäre großartig, wenn die Blombergerinnen und Blomberger, so wie wir es uns vorstellen, ihre Ideen aktiv mit einbringen. Dafür wäre ich dankbar.

 

Werden auch Sie eine „Sprechstunde“ nach dem Vorbild des amtierenden Bürgermeisters einrichten?

Es wird regelmäßige Sprechstunden geben. Aber sie werden anders ablaufen.

 

Welche drei Werte liegen Ihnen persönlich als Mensch am Herzen? Bitte begründen Sie.

Familie – Das ist selbstverständlich und bedarf keiner zusätzlichen Begründung.

Blomberg und seine Bürgerinnen und Bürger – Dafür stehe ich, dafür kandidiere ich, dafür will ich Bürgermeisterin werden.

Gemeinschaft – Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir nur im besten Miteinander Bestes schaffen können. In der Demokratie dürfen wir immer unterschiedliche Auffassungen haben. Aber wenn Beschlüsse gefasst sind, müssen wir an einem Strang ziehen.

 

Bitte vollenden Sie die angefangenen Sätze:

 

Blomberg und die SPD…

…können in den nächsten Jahren lernen, dass es Blomberg mit einer starken CDU und der Bürgermeisterin Susanne Kleemann wesentlich besser gehen wird.

 

Blomberg und die CDU…

…sind zukunftsstark aufgestellt und werden gemeinsam sehr viel Gutes für Stadt bewirken.

 

Blomberg und die Vereine…

…sind unverzichtbar, sind stark und müssen künftig noch viel stärker unterstützt werden.

 

Die Zukunft des Stadt- und Tourismusmarketing…

…muss weiter ausgebaut werden. Die Chancen für Blomberg sind enorm groß.

 

Flüchtlinge sind für mich Menschen,…

…die unsere Hilfe benötigen.

 

Die Zukunft der Innenstadt…

…ist eine sehr große Gemeinschaftsaufgabe, die wir anpacken müssen und nicht länger vor uns herschieben dürfen.

 

Religion ist für mich…

…die Privatangelegenheit eines jeden Bürgers, weil wir zum

Glück in einem Land leben dürfen, in dem Religionsfreiheit für jeden gewährleistet ist.

 

Städtische Auftragsvergaben unterliegen Regeln. Wenn es nach mir ginge,…

…würde das nichts ändern, denn in unserem Land gibt es Gesetze. Verordnungen, Vorschriften und klare Regeln, da kann nicht jeder seine eigenen Regeln schaffen.

 

 Wenn ich am 13. September nicht zur Bürgermeisterin gewählt werde,…

…dann könnte ich diese spekulative Frage beantworten, wobei ich hoffe, dass diese Situation nicht eintritt.