Vor 60 Jahren – am 30. Oktober 1961 – wurde das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei geschlossen. Bis zum Ende der Anwerbung im Jahr 1973 ist die Türkei zum wichtigsten Anwerbeland geworden. Aus diesem Anlass veröffentlicht Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt eine Themenstrecke zur türkischen Bevölkerung in NRW.

 

Ende 2020 lebten in Nordrhein-Westfalen 487 470 türkische Staatsangehörige, 247 425 Männer und 240 045 Frauen. Das waren 25,1 Prozent weniger Personen als im Jahr 2001, als 651 410 türkische Staatsangehörige ihren Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen hatten. Damals lebten sowohl mehr türkische Männer in Nordrhein-Westfalen (349 129) als auch Frauen (302 281).

 

Wichtige Gründe für den Rückgang der türkischen Bevölkerung waren Einbürgerungen und die Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000. Seither erhalten in Deutschland lebende Kinder türkischer Staatsangehöriger die deutsche Staatsangehörigkeit in der Regel bei der Geburt. Die Zahl der Personen mit türkischen Wurzeln (Migrationshintergrund) belief sich im Jahr 2020 auf 934 000 Personen.

 

Landesweit lebten die meisten Türkinnen und Türken Ende 2020 in Köln (53 460 Personen). Auch im Ruhrgebiet haben viele türkische Staatsangehörige ihren Wohnsitz. Hier sind insbesondere Duisburg (33 830 Personen), der Kreis Recklinghausen (25 140 Personen) und Dortmund (22 410 Personen) zu nennen. In ländlichen Kreisen wohnen Türkinnen und Türken seltener: In den Kreisen Höxter (1 135 Personen), Coesfeld (1 155 Personen) und Euskirchen (1 315 Personen) war die Zahl türkischer Einwohner landesweit am niedrigsten. (IT.NRW).