Begrüßung vor der Werkstatt, v.l. Markus Toepffer, Jürgen Berghahn, Dr. Bartolt Haase und Matthias Viertmann. Foto: Stiftung Eben-Ezer.

Nah am Menschen und an seiner Arbeit. So könnte man den Besuch vom Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn bei der Stiftung Eben-Ezer beschreiben. Der SPD –Politiker nahm sich Zeit, in der Zweigwerkstatt Lemgo-Lieme Menschen mit und ohne Behinderung und ihre Arbeitsplätze kennenzulernen. Bei einer Gesprächsrunde mit dem Vorstand, der Werkstattleitung, dem Sozialdienst und Mitgliedern des Werkstattrates wurden aktuelle Themen besprochen, allen voran die Änderungen im Bundes-Teilhabegesetz (BTHG).

 

„Das BTHG ist inhaltlich der richtige Weg“, betonte der Kaufmännische Vorstand Udo Zippel, „die Umsetzung gelingt allerdings nur mit einer personellen Aufstockung im Verwaltungsbereich.“ Auch die gesetzlich vorgeschriebene Aufstockung des Grundbetrages bei den Löhnen der Beschäftigten stelle Werkstätten vor Herausforderungen. Berghahn, selber mehrere Jahre im Betriebsrat tätig, lobte hierbei den Werkstattrat: „Gut und wichtig, dass Sie sich bei diesen Themen für die Interessen ihrer behinderten Kollegen einsetzen.“

 

Im Laufe des Vormittages erhielt der SPD-Politiker Einblick in die tägliche Arbeit in der Werkstatt für behinderte Menschen (eeWerk). Beginnend mit dem Schwerstbehindertenbereich, in dem Menschen mit schweren und schwerstmehrfachen Behinderungen betreut und beschäftigt werden. „Die Anforderungen an die Mitarbeiter in diesem Bereich sind hoch“, stellte Berghahn fest, „dennoch ist es eine sehr wertvolle Arbeit, diesen Menschen eine gute Förderung und Beschäftigungsmöglichkeiten in einer Werkstatt anbieten zu können.“

 

Beim Rundgang durch die anderen Bereiche ließ sich der Landtagsabgeordnete von den behinderten und nichtbehinderten Kollegen ihre Arbeitsplätze zeigen. Ganz praktisch wurde es dann beim Zusammenbauen einer Verkehrsampel in der Elektro-Montage. Beeindruckt zeigte sich Berghahn von der Gestaltung des Arbeitsplatzes: „Die Arbeitsplätze sind individuell auf die Bedürfnisse und Einschränkungen des Einzelnen abgestimmt und vorbereitet.“

 

Im Metallbereich ging es dann fachlich ins Detail. Berghahn, früher selber tätig an einer CNC-Fräse, zeigte sich interessiert an der technischen Ausstattung und an den derzeitigen Aufträgen. „Erstaunlich, wie die behinderten Kollegen in die Arbeitsprozesse mit einbezogen werden“, war das Resumee nach dem fachlichen Austausch. Im Kontakt mit den Menschen fiel Jürgen Berghahn besonders die Offenheit der Beschäftigten auf.

 

„Wie heißt du und wo kommst du her?“, waren Fragen, die dem SPD-Politiker bei den persönlichen Begegnungen gestellt wurden. „Man war gleich per DU!“, berichtete Jürgen Berghahn erfreut beim abschließenden Mittagessen im Speisesaal der Zweigwerkstatt. Der SPD-Politiker betonte nach seinen Eindrücken in der Werkstatt, dass er gerne für weitere Gespräche bereit stehe, um gemeinsam die Herausforderungen in der Behindertenarbeit anzugehen.