Die *Ausgaben* der nordrhein-westfälischen Privathaushalte für Bekleidung und Schuhe lagen im Jahr 2020 durchschnittlich bei 97 Euro pro Monat. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Tages der Erde (22. April 2022) unter dem diesjährigen Motto „Deine Kleider machen Leute. Nachhaltig, Bio & Fair steht Dir und der Erde besser” mitteilt, waren das 14 Euro weniger als 2019 und 15 Euro weniger als 2010.

 

Haushalte, deren Haupteinkommensperson 40 bis 49 Jahre alt war, gaben in NRW mit durchschnittlich 139 Euro pro Monat am meisten für Schuhe und Bekleidung aus. Am wenigsten gaben mit 57 Euro pro Monat Haushalte von älteren Haupteinkommenspersonen (ab 70 Jahren) aus. Singles gaben 2020 monatlich im Schnitt 59 Euro für Bekleidung aus. In Haushalten mit zwei (101 Euro), drei (139 Euro) oder ab vier Personen (170 Euro) waren die Ausgaben entsprechend höher. Die Preise für Damenbekleidung in NRW sind von 2015 bis 2021 um 4,2 Prozent gestiegen; Herrenbekleidung verteuerte sich um 2,1 Prozent. Der NRW-Verbraucherpreisindex stieg im selben Zeitraum um 9,2 Prozent.

 

Aus *Altkleidercontainern* wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 insgesamt 36 691 Tonnen Textilien und Bekleidung abgeholt. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, waren das 4,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Umgerechnet auf alle Einwohner des Landes belief sich die eingesammelte Menge auf 2,0 Kilogramm pro Kopf. Dabei handelte es sich um 19 531 Tonnen Textilien (+18,6 Prozent) und 17 160 Tonnen Bekleidung (−8,1 Prozent).

 

*Importiert* wurde nach NRW im Jahr 2021 Bekleidung im Wert von 7,8 Milliarden Euro; das waren 356 Millionen Euro bzw. 4,8 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Mit 58,0 Prozent entfiel 2021 mehr als die Hälfte des Einfuhrwertes der nach NRW eingeführten Bekleidung auf drei Länder: Die Volksrepublik China hatte mit 1,9 Milliarden Euro zwar 19,8 Prozent weniger Bekleidung nach NRW geliefert als zehn Jahre zuvor, war aber dennoch der Hauptlieferant. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Bangladesch mit 1,7 Milliarden Euro und die Türkei mit 908 Millionen Euro.

 

In NRW *produzierten* im Jahr 2020 insgesamt 36 Betriebe Bekleidung im Wert von 308 Millionen Euro; im Zehnjahresvergleich war dies der niedrigste Wert. Den höchsten Produktionswert hatte es im Jahr 2019 mit 391 Millionen Euro gegeben. Außerdem wurden im Jahr 2020 in 209 nordrhein westfälischen Betrieben Textilwaren im Wert von 2,7 Milliarden Euro produziert; im Zehnjahresvergleich war das der niedrigste Wert. Im Jahr 2017 war der Produktionswert von Textilwaren mit 3,1 Milliarden Euro am höchsten.

 

Der Regierungsbezirk Münster hatte mit 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2020 den höchsten Produktionswert; das entspricht einem Anteil von 44 Prozent am gesamten Produktionswert der NRW-Textilwarenproduktion. Die Angaben beziehen sich auf Betriebe von Unternehmen mit im Allgemeinen 20 und mehr Beschäftigten. Eine *Ausbildung* als Maßschneider/-in absolvierten in NRW im Jahr 2020 insgesamt 96 Personen. Ausbildungsplätze in den Berufsgruppen „Textil- und Modenäher/-in” (33), „Textil- und Modeschneider/-in” (24) und „Änderungsschneider/-in” (15) waren weniger häufig besetzt.

 

Bei den genannten Berufen aus dem Bereich Textilverarbeitung sind im Zehnjahresvergleich überdurchschnittliche Rückgänge der Auszubildendenzahlen festzustellen: Die Zahl der Maßschneider/-innen war 2020 um 46,3 Prozent niedriger als 2011. Bei den Änderungsschneidern/-innen waren 78,7 Prozent weniger Plätze belegt. Die Zahl der Auszubildenden insgesamt war im Jahr 2020 mit 289 524 um 11,2 Prozent niedriger als 2011. Aus Datenschutzgründen werden alle Zahlen der Auszubildenden auf das Vielfache von drei gerundet ausgewiesen. (IT.NRW)