Ulrich Leidecker auf der Pressekonferenz. Foto: Phoenix Contact.

Im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich der Automatisierungsmesse SPS in Nürnberg sprach Ulrich Leidecker, Chief Operatings Officer von Phoenix Contact, über die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens, die trotz der weiterhin angespannten Lage auf den Rohstoffmärkten und auf dem Energiemarkt zu einem hervorragenden Ergebnis führen wird.

 

Aus heutiger Sicht wird Phoenix Contact das Geschäftsjahr 2022 mit einer Umsatzsteigerung von ca. 20 Prozent und einem Gesamtumsatz von 3,58 Milliarden Euro abschließen. „Dabei liegt das Wachstum in allen für uns wesentlichen Regionen, wie Deutschland, Europa, Americas und Asien, weiterhin auf einem hohen Niveau bei rund 20 Prozent. Alle Geschäftsbereiche entwickelten sich dabei gleichermaßen positiv. Weltweit steigt die Zahl der Mitarbeitenden auf fast 22.000 an.“

 

Als einschneidend bezeichnete Leidecker den Krieg mitten in Europa: “Diese Eindrücke sind weder an uns persönlich noch an Phoenix Contact als international agierendem Unternehmen spurlos vorbeigegangen.“ Aufgrund der nicht nachlassenden kriegerischen Angriffe hat Phoenix Contact seine russische Tochtergesellschaft veräußert und seine Geschäftstätigkeit in Russland aufgegeben.

 

„Das war kein einfacher Entschluss, da wir uns innerhalb unserer, in Familienhand befindlicher, Unternehmensgruppe eng miteinander verbunden fühlen. Aber eben diese Werteorientierung hat uns zu diesem Schritt bewogen“, so Leidecker. Aufgrund der Auswirkungen auf die Energieversorgungsseite bereitet sich das Unternehmen seit geraumer Zeit auf verschiedenen Szenarien vor, um die Versorgung mit Strom und Wärme über ein Notfallkonzept abzusichern.

 

Weiterhin lagen große Herausforderungen auf der Materialversorgungsseite. Die angespannte Situation am Halbleitermarkt, die bereits das letzte Jahr dominierte, limitierte auch in diesem Jahr die Produktion und führt weiterhin zu Lieferschwierigkeiten. „Demgegenüber verzeichnen wir eine erhebliche – auch durch den Mangel getriebene – Nachfragesteigerung, die zu bisher ungekannten Auftragsbeständen geführt hat“, führt Leidecker aus. Was auf der einen Seite Stabilität für den Absatz in 2023 biete, verzerre auf der anderen Seite die Sicht auf den realen Bedarf, was Risiken in sich berge.

 

Investitionen

Auch in 2022 hat Phoenix Contact deutlich investiert. Insgesamt werden es weltweit rund 240 Millionen Euro sein, die in Gebäude, Werkzeuge und Maschinen fließen werden. In diesem Jahr lag ein Schwerpunkt in der Weiterentwicklung des Standorts in Blomberg. Hier werden sich die Investitionen alleine für Bautätigkeiten auf rund 40 Millionen Euro belaufen. Analog zum letzten Jahr wäre die weltweite Investitionssumme deutlich höher ausgefallen, allerdings führt die Mangelsituation weiterhin zu Engpässen bei Maschinen und Anlagen.

 

Um das Unternehmen auch in den zukünftigen Jahren weiterentwickeln und Raum für Wachstum geben zu können, rückt das Thema des Personalbedarfs in den Blickpunkt. „Der demografische Wandel in Kombination mit dem Fachkräftemangel wird sich zum limitierenden Faktor entwickeln. Dabei handelt es sich nicht um ein Branchenproblem, sondern um eine Thematik, die sich durch alle Branchen zieht“, erläutert Leidecker.

 

Pressemeldung: Phoenix Contact.