Klaus-Jürgen Wolf (DRK), Landrat Dr. Axel Lehmann und Matthias Schröder (Johanniter) (v.l.) freuen sich auf den Start der Modellkitas für die Lolli-Methode. Foto: Kreis Lippe.

Die zurückliegenden Monate haben gezeigt, dass auch Kinder in Kindertageseinrichtungen mit dem Coronavirus infiziert werden und ihn weitertragen. Darum können nun auch Kita-Kinder von ihren Eltern freiwillig auf SARS-CoV-2 getestet werden. In Lippe geht jetzt ein Modell-Projekt an den Start, bei dem die Kinder nicht mittels eines Nasenabstrichs getestet werden, sondern mit der sogenannten Lolli-Methode, die künftig auch in Grund- und Förderschulen in NRW zum Einsatz kommen soll.

 

„Wir würden sehr begrüßen, wenn diese einfache und sichere Testmethode in allen Kitas eingesetzt würde. Da das Land sich explizit dagegen ausgesprochen hat, werden wir in Lippe nun in Eigenregie und auf eigene Kosten den Einsatz der Lolli-Testungen erproben“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann. Vier Modell-Kitas des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter in Augustdorf, Detmold, Blomberg und Schlangen setzen voraussichtlich ab dem 10. Mai zunächst bis zu den Sommerferien den Lolli-Test bei ihren Kita-Kindern ein. „Die Kinder nehmen bei der Lolli-Methode freiwillig auf spielerische Art und Weise am Test teil. Die Testung erfolgt in ihrer jeweiligen Gruppe und wenn ein Kind nicht mitmachen möchte, kann es natürlich trotzdem weiter die Kita besuchen“, erläutert Matthias Schröder, Mitglied im Regionalvorstand der Johanniter Lippe-Höxter.

 

Das Konzept der Lolli-Testung basiert auf einer nicht-invasiven Probenentnahme Das heißt, dass kein Nasenabstrich notwendig ist, damit die Kinder getestet werden können. Die Kinder lutschen an einem Tupfer – daher die Bezeichnung „Lolli“. Die Tupfer werden gesammelt an das Labor Krone geschickt und dort im Pool mittels PCR-Test untersucht. Ist das Ergebnis negativ, wurde bei keinem Kind der Gruppe das Coronavirus nachgewiesen. Bei einem positiven Befund ist mindestens ein Kind infiziert und eine erneute Testung nach der Lolli-Methode ist erforderlich.

 

„Eltern berichten uns, dass ihre Kinder den Nasenabstrich zu Hause verweigern. Gerade bei den Jüngeren ist dieses Verhalten ganz normal. Wenn aber viele Kinder in der Kitagruppe mitmachen, ist die Motivation sicher viel größer, selbst auch ein Stäbchen in den Mund zu nehmen“, hebt Klaus-Jürgen Wolf, Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbands Lippe den spielerischen Effekt der Lolli-Methode hervor.

 

Im Vorfeld wurden alle Eltern der vier Einrichtungen über die Testmethode informiert, eine Einverständniserklärung ist Grundvoraussetzung zur Teilnahme. Bis zu den Sommerferien werden die Testergebnisse, die Erfahrungswerte im Umgang mit dem Test und vor allem das Verhalten der Kinder dokumentiert. Um einen Vergleich zu schaffen, werden in vier weiteren Kitas der beiden Träger, in denen die Kinder mit der herkömmlichen Testmethode getestet werden, die gleichen Daten erhoben.

 

„Wir sehen einen großen Vorteil in der einfachen Handhabung der Lolli-Tests und erhoffen uns durch die Erhebung von Zahlen, Daten und Fakten auch belegbare Gründe dafür, die im nächsten Schritt einen möglichen flächendeckenden Einsatz von Lolli-Tests in lippischen Kitas rechtfertigen würden“, unterstreicht der Landrat. Die Kosten für Material und Beprobung der rund 700 Lolli-Tests pro Woche bis zu den Sommerferien belaufen sich auf rund 40.000 bis 50.000 Euro. Die „Lolli-Methode“ wurde vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln entwickelt.