Der Kreis Lippe hat durch den Sprachmittlerpool ein wertvolles Angebot für zugewanderte Menschen geschaffen: Die ehrenamtlichen Sprachmittlerinnen und Sprachmittler helfen Sprachbarrieren zu überwinden und unterstützen bei Behördengängen. Immer mehr Menschen fragen das Angebot nach – im Jahr 2022 zählte das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Lippe 3.500 Vorgänge.

 

Dabei ist der Sprachmittlerpool eine freiwillige Leistung damit Sprachmittelnde mit Menschen zusammenkommen, die die deutsche Sprache nicht oder nur eingeschränkt beherrschen. Die Mittelnden bieten Hilfe bei der Verständigung mit Behörden, in Kitas, in Schulen und bei psychosozialen Beratungsstellen sowie in anderen öffentlichen Einrichtungen an.

 

„Ohne den Sprachmittlerpool hätte den vielen Herausforderungen der Integration sowohl beim Kreis als auch in den lippischen Städten und Gemeinden nicht im gebotenen Umfang und vor allem nicht so zeitnah begegnet werden können“, ist sich Sabine Beine, Verwaltungsvorstand des Kreises Lippe, sicher. „Den Sprachmittlerpool halten wir für unverzichtbar und werden ihn auch aufrechterhalten, um beispielsweise die Kommunen weiterhin zu unterstützen“, erklärt Beine.

 

Die Sprachmittelnden helfen und übersetzen vor allem bei Registrierungsaktionen in Ausländerbehörden oder beim Jobcenter. Sie sind teilweise ganze Arbeitstage, manchmal auch am Wochenende, im Einsatz. Zurzeit gibt es 180 Kräfte beim Kreis Lippe, die über 40 Sprachen beherrschen. Damit ist der Kreis Lippe gut aufgestellt und dennoch in diesem Jahr an seine Grenzen gekommen. Denn nicht nur die Zahl der Einsätze stieg, sondern auch die Dauer der Einsätze war oft erheblich länger.

 

„Das hat den Pool nicht nur personell, sondern auch finanziell extrem gefordert. Wenn der Kreis Lippe nicht massiv finanziell unterstützt hätte und das Land als Fördergeber für das KI nicht erheblich Geld nachgeschossen hätte, wäre der Pool ab Sommeranfang nicht mehr einsatzfähig gewesen“, erklärt Alexandra Steeger, Fachgebietsleiterin Integration des Kreises Lippe.

 

„Das Team aus den hauptamtlichen Kräften im KI und den vielen ehrenamtlichen Sprachmittelnden hat einen hervorragenden Job gemacht. Gerade auch bei den Ehrenamtlichen gibt es ein hohes Maß an Engagement, Flexibilität, Zeit und Begeisterung, das man gar nicht hoch genug würdigen kann“, bekräftigt Sabine Beine.