Steuerte 13 Treffer für die HSG bei: Marie Michalczik. (Foto: @kreislippe.pictures).

Zum Start der ersten von zwei englischen Wochen musste sich die HSG Blomberg-Lippe am Mittwochabend mit einer Punkteteilung in Neckarsulm zufriedengeben. In einem wilden Spiel erlebten die Zuschauer*innen in der Ballei Sporthalle zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten, an deren Ende ein 35:35 (18:23)-Unentschieden auf der Anzeigetafel stand. Bereits am Samstag (16. Oktober) ist das Team aus der Nelkenstadt wieder in der EHF European League Women gefordert.

 

Ein Spiel auf Augenhöhe hatte HSG-Trainer Steffen Birkner im Vorfeld der Begegnung erwartet und am Ende auch bekommen. Ob er dabei jedoch mit einem solchen Spielverlauf gerechnet hätte, wie er sich gestern am 5. Spieltag der Handball Bundesliga Frauen abspielte, bleibt fraglich. Beide Mannschaften drückten von der ersten Sekunde an mächtig aufs Tempo und ließen zunächst keine Torchance ungenutzt. Erst nach fünf Minuten scheiterte Sport-Union-Spielmacherin Lynn Knippenborg erstmals mit einem Wurf ans Edelmetall. In der Folge kippte das Spiel mehr und mehr zu Gunsten der Blombergerinnen, welche in der Offensive wie aus einem Guss agierten.

 

Dies merkte auch Neckarsulm-Trainerin Tanja Logwin und nahm nach neun gespielten Minuten beim Stand von 6:8 die erste Auszeit des Abends. Doch die Worte von Logwin verpufften. Unaufhaltsam schraubten Marie Michalczik, welche bereits in der ersten Halbzeit neun Treffer erzielte, und Ndidi Agwunedu das Ergebnis in die Höhe. Überragende 23 Tore sollten der HSG in den ersten 30 Minuten des Spiels gelingen. Mit einer überraschend deutlichen 18:23-Halbzeitführung ging es schließlich in die Kabinen.

 

Zum Start der zweiten Halbzeit verspielten die Blombergerinnen dann binnen weniger Minuten die zuvor mühsam erkämpfte Führung. Vor allem in der Abwehr präsentierten sich Abwehrchefin Kamila Kordovská und Co. nun völlig von der Rolle und mussten mit ansehen, wie die Neckarsulmer Toptorschützin Irene Espinola Perez ein einfaches Tor nach dem anderen erzielte. Auf der Gegenseite war von der hohen Effizienz aus dem ersten Abschnitt nichts mehr zu sehen. HSG-Rechtsaußen Lisa Rajes scheiterte gleich zweimal aus aussichtsreicher Position.

 

Hatte das Team aus der Nelkenstadt in der ersten Halbzeit noch ein wahres Offensivspektakel gezeigt, sahen die 732 Zuschauer*innen in der Ballei nun, wie ihr Team überfordert wirkende Blombergerinnen mit einem 8:1-Lauf überrollte und einen 18:23-Rückstand innerhalb von fünf Minuten in eine 26:24-Führung ummünzte.

 

In der Folge stabilisierte sich das Spiel der HSG zwar wieder, doch die Neckarsulmerinnen drückten weiter auf das Gaspedal, um die Entscheidung zu ihren Gunsten zu erzwingen. Nach 48 Minuten erzielte Knippenborg die 32:28-Führung für ihr Team. Wer die HSG nun bereits abgeschrieben hatte, sollte sich jedoch getäuscht haben. Mit großem Kampf und großer Moral spielten sich die Blombergerinnen Tor für Tor zurück in die Begegnung. 54 Sekunden vor dem Ende gelang Michalczik dann der zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleichstreffer zum völlig verdienten 35:35-Endstand.

 

Mit dem Punktgewinn zeigten sich nach Spielende beide Trainer*innen einverstanden. „Letztendlich bin ich froh, dass wir uns hier noch einen Punkt erkämpft haben. Wir haben im Angriff ein gutes Spiel gezeigt, in der Abwehr jedoch viel zu viel zugelassen. Die Stabilität im Spiel, die ich gerne gesehen hätte, hat mein junges Team heute leider nicht abrufen können. Vielleicht haben sich meine Spielerinnen auch zu sehr von der klasse Atmosphäre hier in der Ballei beeindrucken lassen, nachdem wir in der vergangenen Saison fast ausschließlich vor leeren Rängen gespielt haben. Am Ende kann ich mit dem Punkt jedoch gut leben“, zieht Birkner ein positives Fazit.

 

„Der Punkt fühlt sich an wie drei Punkte“, strahlte auch Neckarsulm-Trainerin Tanja Logwin nach der Begegnung. „Blomberg hat eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und gute Lösungen gegen unsere 3:2:1-Deckung gefunden. Im zweiten Abschnitt muss ich aber den Hut vor meinen Spielerinnen ziehen. Sie haben sich mit großem Herz zurück in die Begegnung gekämpft und sich den Punktgewinn absolut verdient“, so Logwin.

 

Spannend weiter ging es auch nach Spielende mit der Auslosung des DHB-Pokal-Achtelfinals. Losfee Henning Mühlleitner (Olympia-Vierter über 400m Freistil im Schwimmen) ließ die HSG-Fans lange zittern und loste der HSG letztendlich ein Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund zu. Das Achtelfinale wird voraussichtlich am 13. November stattfinden. Eine genaue Terminierung erfolgt in den kommenden Tagen.

 

Weiter geht es für die HSG bereits am Samstag (16.10., 19:30 Uhr) mit dem Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde der EHF European League Women. Bei der TuS Metzingen geht es dann darum, sich eine gute Ausgangsposition für das alles entscheidende Rückspiel zu verschaffen. Dieses findet am 23. Oktober (18:00 Uhr) in der PHOENIX CONTACT arena in Lemgo statt. „Uns stehen herausfordernde Wochen bevor. Deshalb hoffe ich bei den wichtigen Heimspielen gegen Oldenburg und Metzingen auf unsere Fans zählen zu können“, sendet Birkner einen Appell an die Blomberger Anhänger*innen, sein Team in der PHOENIX CONTACT arena zu unterstützen. Tickets sind in allen Kategorien unter www.tickets.hsg-blomberg-lippe.de erhältlich.

 

Tore für die HSG: Michalczik (13/6), Agwunedu (6), Pettersson (5), Kynast (3), Quist (3), Kordovská (2), van Wingerden (2), Rajes (1).

 

Tore für Neckarsulm: Knippenborg (8/4), Perez (8), Hendrikse (8/1), Kooij (5), Kretzschmar (2), Nooitmeer (2), Stockschläder (2).

 

Pressemeldung: HSG.