Schon morgen Abend um 18.30 Uhr ist der TBV Lemgo Lippe wieder gefordert. Nach nur eintägiger Regenerations- und Vorbereitungszeit im Anschluss an den erfolgreichen Pokalfight gegen die Füchse Berlin wartet der Tabellenvierte, die SG Flensburg-Handewitt, auf die Lipper. Die Partie des 4. Spieltags hätte eigentlich bereits im September ausgetragen werden sollen, wurde aber wegen mangelnder Hallenverfügbarkeit auf Seiten der Gastgeber in den Dezember verschoben.

 

„Es wird für uns darauf ankommen, weiterhin als Mannschaft zusammenzustehen und die Belastung zu verteilen“, gibt TBV-Trainer Florian Kehrmann denn auch als Devise aus. Müde Beine und blaue Flecken gilt es, mit dem Selbstvertrauen nach den beiden Siegen gegen Göppingen und Berlin zu kompensieren und den Fokus auf die schwere Auswärtsaufgabe zu legen. „Wir haben mit der SG Flensburg-Handewitt sicherlich einen Gegner, der nach einer sehr schweren Phase am Anfang der Saison mit vielen Verletzungen jetzt wieder richtig in die Spur gekommen ist“, schätzt Kehrmann die Gastgeber ein und sieht auch, dass „sie wieder eine Selbstverständlichkeit bekommen haben, ihre Spiele zu dominieren“.

 

Viele Spieler, die zuletzt verletzungs- oder krankheitsbedingt ausgefallen waren, sind wieder mit an Bord, ergo hat SG-Trainer Maik Machulla wieder viele Möglichkeiten. Nach wie vor fehlt jedoch Magnus Rød, aufgrund seiner anhaltenden Knieprobleme wurde der 37-jährige Michael Müller reaktiviert und nachverpflichtet. Mit 20:6 Punkten weisen die Nordlichter die gleiche Anzahl an Minuspunkten auf wie der Tabellenzweite aus Kiel, der jedoch bereits zwei Spiele mehr absolviert hat.

 

Gegen ebendiese Kieler setzte es Mitte September beim 33:23 auch die höchste Niederlage der Saison, beim Tabellenführer Magdeburg ließen die Flensburger ebenfalls Federn, sprich beide Punkte. Zwei Unentschieden gab es zuhause gegen Erlangen und in Göppingen, alle anderen Partien in der Bundesliga konnte die bekannt heimstarke SG gewinnen. Im DHB-Pokal hingegen lief es nicht nach Plan, bereits in der Runde Anfang Oktober schieden die Flensburger gegen Erlangen aus. In der Champions League geht die SG mit vier Siegen, einem Unentschieden und fünf Niederlagen als Gruppenfünfter in die EM-Pause.

 

Doch zurück zur Bundesliga: Erst letzten Sonntag wurde der SC DHfK Leipzig mit einem 31:21 auf die Heimreise geschickt – ein Flensburger Sieg, an dem insbesondere Keeper Kevin Möller mit 19 Paraden und einer Quote von 47,5 % großen Anteil hatte. Vor dem Keeper oder seinem Positionskollegen Benjamin Buric steht eine „sehr, sehr kompakte 6:0-Abwehr, die es immer wieder schafft, auch schwere Würfe des Gegners zu erzwingen und dann ins Gegenstoßspiel zu kommen“, wie Kehrmann konstatiert.

 

Prägend für das Flensburger Angriffsspiel ist sicherlich ein Schwede. Jim Gottfridsson, Nationalmannschaftskollege von Jonathan Carlsbogård und Peter Johannesson, ist der Kopf der Mannschaft, der Denker und Lenker, der immer wieder versucht Lücken zu reißen, aber auch ein sehr gutes Auge für seine Mitspieler hat. „Gleichzeitig versuchen sie aber auch, sehr viel über die Außen und den Kreis abzuschließen, sodass wir in der Abwehr wieder alles investieren müssen.

 

Wir müssen schauen, dass wir Flensburg vor schwere Aufgaben stellen, um so Ballgewinne zu erzwingen“, lautetKehrmanns Devise für das Gastspiel beim nördlichsten Team der Liga. Personell wird der Lemgoer Trainer nach aktuellem Stand auf das gleiche Personal wie beim gestrigen Pokalspiel zurückgreifen können. Direkt nach der Partie wird sich der TBV-Mannschaftsbus auf die Reise nach Hamburg machen. Dort macht das Team Zwischenstation auf dem direkten Weg nach Stuttgart, wo bereits am Samstagabend die vierte Partie der Woche ansteht.

 

Die morgige Begegnung wird geleitet von dem Schiedsrichtergespann Fredric Linker und Sascha Schmidt, die Spielaufsicht hat Nils Szuka. Sky überträgt das Spiel gewohnt live auf Sky Sport 1 HD, die Berichterstattung dort beginnt bereits um 18.15 Uhr.