Vor dem Impfzentrum Kreis Lippe: (v.l.) Sascha Alexander Medina Azuaga (Teamleitung Feuerschutz- und Rettungsleitstelle Bevölkerungsschutz Kreis Lippe), den Landrat Dr. Axel Lehmann und Dr. Christian Körner (Leiter der Bezirksstelle Detmold der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe). Foto: Kreis Lippe.

Eigentlich ist die Phoenix Contact-Arena Treffpunkt für Handballfans des TBV Lemgo-Lippe, für die Studierenden der benachbarten Hochschule OWL oder Ort für Veranstaltungen und Kongresse. Doch seit Beginn der Corona-Pandemie ist sie meist verwaist. Das wird sich in den kommenden Monaten ändern, wenn das Impfzentrum für den Kreis Lippe seinen Betrieb aufnimmt. Um alle Abläufe von der Registrierung bis zur Impfung bereits vor dem offiziellen Start durchzuspielen, haben der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) jetzt unter realen Bedingungen den Impfbetrieb geübt. Landrat Dr. Axel Lehmann und Regierungspräsidentin Judith Pirscher haben sich vor Ort ein Bild davon gemacht.

 

„Hier ist in kürzester Zeit ein top ausgestattetes Impfzentrum entstanden, dass ein Meilenstein im Kampf gegen Corona darstellen wird“, sind sich beide einig. Regierungspräsidentin Judith Pirscher zeigt sich beeindruckt: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier beim Kreis Lippe und auch bei den anderen Kreisen sowie der Stadt Bielefeld haben großartige Arbeit geleistet. Die Infrastruktur für die Impfungen in der Region steht. Der Impfstoff, der in Ostwestfalen-Lippe ankommt, kann auch verabreicht werden.“

 

In sechs sogenannten Impfstraßen sollen künftig täglich bis zu 2000 Personen gegen das Coronavirus geimpft werden. Bis der Impfstoff jedoch tatsächlich in die Schulter gespritzt wird, sind einige Schritte notwendig. Nur, wer einen Termin hat, darf in die Phoenix Contact-Arena kommen. Bereits am Eingang wird Fieber gemessen. Ist die Temperatur zu hoch, muss ein neuer Termin vereinbart werden. An einem der sechs aufgebauten Schalter im Foyer gibt es einen Schwung an Unterlagen zur Impfung selbst, aber auch Fragebögen zur eigenen Gesundheit, die in einem „Check-In“-Bereich durchgelesen und ausgefüllt werden müssen.

 

Anschließend erfolgt in einer der Impfstraßen, die im Kongressbereich der Halle ihren Platz gefunden haben, die Aufklärung durch einen Arzt. „Wir überprüfen zudem die Impffähigkeit der Person. Ist diese gesund und spricht auch sonst nichts gegen die Impfe, setzt eine Medizinische Fachangestellte den ‚Pieks‘“, erläutert Dr. Hans-Christian Körner, Leiter der Bezirksstelle Detmold der KVWL, das Vorgehen. 30 Minuten bleibt der Geimpfte dann noch vor Ort, um mögliche Nebenwirkungen beobachten zu können. In dieser Zeit werden die Daten der Person erfasst. Danach kann der Heimweg angetreten werden.

 

„Wir sind gut vorbereitet wenn der Impfstoff in Lippe ankommt“, betont der Landrat. „Mein Dank gilt den vielen Menschen, die in den vergangenen Wochen dieses Impfzentrum aufgebaut haben und in den kommenden Monaten dafür sorgen werden, dass das Coronavirus beherrschbar wird.“

 

Für den Standort Phoenix Contact-Arena sprachen mehrere Gründe: So liegt sie zentral in Lippe und gut erreichbar, sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV. Für Personen, die mit dem Auto anreisen, stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Zudem ist die Phoenix Contact-Arena eine Liegenschaft des Kreises, sodass die Organisation des Impfzentrums aus einer Hand abgewickelt werden kann. Und schließlich sprach auch die gute Infrastruktur der Halle dafür, hier das Impfzentrum im Kongresszentrum einzurichten. Der Bundesliga-Spielbetrieb des TBV bleibt vom Betrieb des Impfzentrums unberührt und kann ohne Zuschauer weiterhin stattfinden.

 

Das Impfzentrum wird an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr in Betrieb sein. Die Terminvergabe soll über die Bundesvereinigung der KV via Callcenter, online oder per App koordiniert werden – und zwar für zwei Impfungen. Denn diese sind notwendig, um den nötigen Schutz gegen das Virus herzustellen.

 

Laut Bundesregierung kann die Impfung aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit zunächst nur bestimmten Personengruppen angeboten werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer Covid-19-Erkrankung haben oder die beruflich entweder besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu besonders gefährdeten Personengruppen haben. Zu Beginn werden mobile Teams im Einsatz sein, um zum Beispiel Bewohner in Senioreneinrichtungen impfen zu können.

 

Die Kosten für die Impfzentren übernehmen zu 50 Prozent der Bund und zu 50 Prozent das Land. 400.000 Euro pro Monat sind für Personal, Logistik und Infrastruktur veranschlagt.