Die Priorisierung der Impfungen gegen das Coronavirus endet zum 7. Juni, die Rahmenbedingungen stellen sich in den kommenden Wochen schwierig dar. Denn der Zulauf von Impfdosen ist überall in Nordrhein-Westfalen gering. Das Land plant den Dreiklang mit Impfungen in Impfzentren, bei Hausärzten und durch Betriebsärzte. Gleichzeitig ist aber angekündigt, dass beispielsweise in Impfzentren bis mindestens Mitte Juni nur Zweitimpfungen realisiert werden können. Die Puffer der Impfstoffvorräte in den Lagern des Landes seien aufgebraucht.

 

„Die Priorisierung aufzuheben ist eine gute Entscheidung für die Impfkampagne, denn seit jeher ist das Ziel, allen Menschen ein Impfangebot zu machen. Kehrseite ist aktuell die unzureichende Zulieferung von Impfstoff. Bund und Land stellen Impfzentren, niedergelassenen Ärzten und den Betriebsärzten zu wenig Dosen zur Verfügung. Wir fahren im Impfzentrum Kreis Lippe auch weiterhin nicht Volllast“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann.

 

Die Terminbuchung für Impfzentren läuft weiter über die Kassenärztliche Vereinigung (KVLW) unter www.116117.de und 0800 116 117 02. Ohne Impfdosen für die Ersttermine bleiben die Buchungsoptionen auf dieser Terminplattform aus. Auch der Kreis Lippe kann für das Impfzentrum keine Termine vergeben.

 

Welche Impfungen können im Impfzentrum Kreis Lippe realisiert werden

Nur die bisher gebuchten Termine für Zweitimpfungen können bis Mitte Juni realisiert werden. Bis mindestens Mitte Juni sind somit keine neuen Erstimpfungen oder Buchungen für Erstimpfungen möglich.

 

Für die Impfungen über Betriebsärzte, die im Impfzentrum Kreis Lippe umgesetzt werden sollen, ist der Kreis organisatorischer Servicepartner. Die Betriebsärzte bestellen den Impfstoff eigenständig und teilen die Mengen dem Impfzentrum mit. Die Impfstoffmengen für Betriebsärzte sind unabhängig von den Kontingenten, die dem Impfzentrum zur Verfügung stehen, und können auch nicht vom Impfzentrum für anderweitige Impfungen genutzt werden.

 

Das Impfzentrum stellt nur die Buchungsplattform und Impfstraßen als Service bereit, die Kommunikation rund um die Impftermine organisieren die jeweiligen Firmen und Unternehmen. Reguläre Impfungen in den Impfzentren werden dadurch nicht beeinträchtigt. Der Landrat abschließend: „Es ist den Menschen schwer zu vermitteln, wenn Gesundheitsminister Spahn einerseits neuen Personengruppen eine Impfung in Aussicht stellt, andererseits aber nur noch Zweitimpfungen gemacht werden dürfen.“